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Informationen zu meiner Motorradreise nach dem Pilgern in Spanien

Donnerstag, 29. Mai 2014

Nun begann also die 3. Phase meiner Tour. Am Morgen war es sehr regnerisch und ich habe im Hotel noch etwas an der Homepage gearbeitet. Die Woche Pilgern musste ja noch verarbeitet werden. Als ich in der Rezeption fragte, wann den Checkout sei, gaben sie mir freie Hand. Es pressiere überhaupt nicht. Also ging ich um 0930h zum Frühstück und arbeitete noch bis nach 1300h an der Homepage. Danach wurde das Motorrad beladen, die Regenkleider angezogen und sich halt ins Schicksal des 1. Regentages mit dem Motorrad geschickt. Ich fuhr um 1330h los und entschied mich über die Autobahn zu fahren. Schon bald einmal hörte der starke Regen auf und die Autobahn trocknete fast ab. Mit ab und zu noch etwas Nieselregen war ich bereits um 1445h in Carballo. Dank Navi fand ich das Casa rural “Pazo do Souto” schnell. Nach dem Zimmerbezug kamen José und Herminia zur Begrüssung. Ich hatte diese seit ihrer Abreise in der Schweiz vor 22 Jahren nicht mehr gesehen. Anschliessend haben wir zusammen ein Kaffee getrunken. Danach war Siesta, dh. zuerst Unterhosen und T-Shirt waschen und danach Erholung im Jaccuzzi angesagt. Ich werde heute Abend hier Essen. Vielleicht werde ich auch die Tochter Carmen wieder sehen. Mit ihrem Ehemann habe ich mich schon unterhalten. Es sind alle sehr nett. Tageskilometer: 116 km - Total 2868 km

Freitag, 30. Mai 2014

Heute stand noch die Fahrt nach Finisterre auf dem Programm. Zudem wollte ich das Wasser des Jakobsbrunnens in Rorschach ins Meer zu werfen und noch etwas die Küste Galiziens erforschen. Nach dem Frühstück fuhr ich gegen 0930h los. Das Wetter war noch etwas bewölkt, jedoch mit angenehmer Temperatur. Gegen 1100h erreichte ich nach einigen Halten Finisterre. Bei einem Bummel am Hafen von Finisterre traf ich Ignazio, den Spanier, mit dem ich die letzten Kilometer vor Santiago gepilgert bin. Er hat den Bus nach Finisterre genommen, weil sein Bein nicht besser geworden ist. Nach einem gemeinsamen Kaffee fuhr ich gegen 1100h nach Kap Finisterre. Neben vielen Pilgern gab es auch noch Schweizer und Deutsche, welche mich ansprachen. Es fragt sich schon, wo das Ende der Pilgerei ist. Für die Strenggläubigen sicher in Santiago. Hier auf dem Kap Finisterre ist es aber noch emotionaler. Da sieht man Leute ihre Jacken oder Schuhe verbrennen, andere gehen ganz nach vorne, um ins Meer zu sehen und ich habe mein Wasser ins Meer geworfen. Gegen 1200h fuhr ich weiter, der Küste entlang Richtung Muxia. Dabei unterliess ich es nicht noch das Capo Touriñan zu besuchen. Zweimal im Jahr wird dieser Ort als letzter in Europa von der Sonne noch beschienen. Die Distanz über den Atlantik nach New York ist 5200 km. Gegen 1500h erreichte ich Muxia und ass am Hafen noch einen Fisch. Ich glaube, ich habe mich an die spanischen Essenszeiten gewöhnt. Etwas nach 1600h war mein erlebnisreicher Ausflug vorbei. Ich war heute im südlichsten und westlichsten Punkt meiner Reise. Tageskilometer: 197 km - Total 3065 km

Samstag, 31. Mai 2014

Ich wurde gestern Abend von José und Herminia Taibo zum Essen eingeladen. Es war wieder einmal erst gegen Mitternacht, als ich vom Tisch aufstand. Deshalb habe ich wohl schlecht geschlafen. Das Essen war fantastisch, richtig galizisch. Zum ersten Gang gab es Percebes. Eine nicht ganz billige Spezialität aus Galizien. Nur wer Mariscos gerne hat, wird dies essen können. Details zu den Entenmuscheln, welche eigentlich eine Krebsart sind findest Ihr hier.  Der Road King war schon vor dem Frühstück beladen. Eigentlich stand heute eine sogenannte Überführungsetappe auf dem Programm. Zuerst ging es etwa eine halbe Stunde durch die schöne galizische Landschaft. Darauf danach für eine Stunde auf die Autobahn. Unterbrochen von einem Kaffeehalt tourte ich wieder auf der N-VI, die ehemalige Hauptstrasse nach Madrid. Während die Autobahn über Brücken und Tunnels führte, schlängelte sich die Hauptstrasse durch die Täler und Pässe. Zeitweise war ich auf 1200 m.ü.M. was ich zuerst an der Temperatur, dann einem Kontrollblick auf dem Navi merkte. Aber schöner zum Motorradfahren könnte es nicht sein. Gegen 1200h kam ich bei La Portela vorbei. Da war eine Pilgerinvasion. Während ich ca. 1/2 h im Restaurant sass, sind sicher 50 Pilger an mir vorbei. Anschliessend wieder auf der N-VI kamen mir nochmals ca. 50 Pilger entgegen. Später ging ich nochmals auf die Autobahn und nach einer 1/2 h wieder weg auf Nebenstrassen. Ich bin mir nicht sicher, wie man Navi rechnet. Eigentlich ist “schnellste Zeit” eingestellt. Aber manchmal hatte ich das Gefühl das Navi rechnet mit “kürzester Strecke”. So oder so eine bessere Routenwahl hätte ich wohl nicht haben können. Meist ganz alleine durchquerte ich schöne Landschaften. Gegen 1600h kam ich in León an. Mein Billighotel ist innerhalb der Stadtmauern und alles Sehenswerte in Fussdistanz. Ich machte mich sofort auf den Weg. Wiederum waren die Strassen sehr belebt. Es gab wiederum viele kleine Gassen und jedermann sass draussen. Um 2230h gab es auf dem Platz, wo sich mein Hotel befand, noch eine Lichtschau über die Könige von León. Tageskilometer: 347 km - Total 3412 km 

Sonntag, 01. Juni 2014

Heute hatte ich vor, es etwas gemütlicher zu nehmen. Tagwache war er gegen 0830h. Danach 1. Packrunde und Motorrad laden, dann Frühstück. Um 0930h ging die Fahrt los. Es war das erste Mal ein praktisch wolkenloser Himmel. Bis Burgos, meinem Tagesziel waren es ca. 200 km. Nach kurzer Fahrt kam eine Tankstelle, wo ich auftankte und gleich noch mein Motorrad wieder etwas in Glanz brachte. Es gab viele Peregrinos und Bikerinos unterwegs. Auf ca. 20 km, wo der Pilgerweg entlang der Hauptstrasse verlief, sah ich über 200 Pilger und sicher gegen 50 Pilger mit Velo. Die Strecke lief weitgehend parallel zur Autobahn. Ich war praktisch alleine unterwegs und auf der Autobahn gab es vor allem Lastwagen. Mit 100-110 (erlaubt wären 90) cruiste ich dahin und wurde immer noch überholt. Gegen 1300h erreichte ich Burgos und ging direkt ins Hotel, welches ich in Booking.com gesehen habe. Motorrad steht in Tiefgarage und Zimmer ist gut und unweit der Altstadt, die ich heute noch besuchen werde. Burgos ist eindeutig die lebendigste Stadt, die ich bis jetzt gesehen habe. Vielleicht liegt es auch daran, dass heute Sonntag ist. Die vielen engen Gassen mit Taperias am Laufmeter, die schönen und grosszügigen Plätze und die vielen Denkmäler, Statuen und Kirchen. Diese besuchte ich mit einem Tu-Tu Touristenbähnchen. Danach war der Besuch in der Kathedrale auf dem Programm. Alle die finden, ich besuche nur Kirchen, haben vielleicht recht. Aber was hier an Kirchen und vor allem Kathedralen aufgestellt wurde ist enorm. Die Kathedrale von Burgos ist das Besten, was ich je gesehen habe. Durch die Verbandelung von Politik und Kirche ist ein Reichtum zusammen gekommen, wie man sich kaum vorstellen kann. Jeder König wollte sich wohl ein Platz im Himmel erkaufen und baute wieder eine Kapelle mehr dazu. Tageskilometer: 196 km - Total 3608 km

Montag, 02. Juni 2014

Nach einem guten Frühstück holte ich die Road King aus der Tiefgarage und als sich das Tor endlich öffnete fuhr ich vorerst Richtung Logroño. Die meiste Zeit war ich wiederum auf der N- 120, welche auch als Camino Santiago angeschrieben ist. In der ersten halben Stunde sah ich nur Bikerpilger, obwohl der Fusspilgerweg entlang der Hauptstrasse verlief. Etwa nach 40 km sah ich die ersten Pilger und schon bald sah es wieder wie bei einer Radiowanderung aus. In Santo Domingo de la Calzada machte ich einen Kaffeehalt. Gegen 1230h erreichte ich Logroño. Ich spazierte durch die Gassen und machte einen kurzen Besuch in der Kathedrale. Nach einem Cola (und dies im Rioja-Weingebiet) und einem Boccadillio skypte ich noch mit Uschi, weil die Stadt ein sehr gutes Wi-Fi zur Verfügung stellt. Gegen 1500h ging es weiter Richtung Pamplona. Ich hatte bereits in Logroño ein Hotel in Auge gefasst, wollte mich aber weder über Hotel.de noch Booking.com schon festlegen. Gegen 1700h erreichte ich Pamplona. Vom Hotelzimmer aus sehe ich die Kathedrale und Teile der Altstadt, die ich noch Heute Abend erkunden will. Pamplona ist eine lebendige Stadt. Trotz Montagabend waren sehr viel Leute auf der Strasse und den Platzen. In den vielen Restaurants, auf den Gassen war eine gute Stimmung. Nach einem Glas Rotwein und einem Pitcho schlenderte ich noch ein wenig durch die Gassen. Gegen 2030h, für Spanier sehr früh, ging ich zum Nachtessen. Fast wie gewohnt 3 Gänge inkl. Wein (1 ganze Flasche wurde hingestellt) und Brot für 10.90 Euro. Gegen 2200h leerten sich die Gassen und Plätze und ich ging auch langsam Richtung Hotel. Ich wundere mich, wie ich ohne Stadtplan meinen Heimweg trotz einigen Gläser Rotwein so schnell finden konnte. Tageskilometer: 227 km - Total 3835 km

Dienstag, 03. Juni 2014

Statt einem Ruhetag habe ich mich entschlossen, auszuschlafen und erst gegen Mittag weiter zu fahren. Ich bin bei Hardeggers angemeldet. Gegen 0830h bin ich aufgestanden (nennt man dies ausschlafen?!) und bin in die Altstadt gegangen. Zuerst gab es einen Kaffee und ein Boccadillo in einer Bar. Ich war der Einzige, der Kaffee trank. Da wurden bereits Bier, Wein und Schnaps konsumiert. Danach ging ich zum Coiffeur. Dies ist wohl seit mindestens 7 Jahren das erste Mal, dass ich wieder zu einem Coiffeur gehe, denn sonst trimme ich meine Haare mit Hilfe von Uschi selber. Danach noch ein Kaffee mit der spanischen Art des Pain au Chocolat. Gegen 1030h verliess ich Pamplona Richtung Frankreich. Wiederum machte Motorradfahren richtig Spass. Endlich gab es wieder kurvige Strassen. Ich fuhr auf der N138 über den Col d’Esnazu und das Vallée des Aldudes Richtung St. Etienne-de-Baigorry. Anschliessend auf der D15 nach St. Jean- Pied-de-Port. Damit schloss sich der Pilgerkreis und ich war wieder dort, wo ich bereits einmal am 14. Mai durchfuhr. Danach führte meine Route auf Nebenstrassen Richtung Urt, wo ich die Adour überquerte. Weiter auf Nebenstrassen ging Richtung Meer. Gegen 1430h war ich ich Capbreton und stärkte mich mit einem Croque Monsieur mit Chèvre. Um 1515h trat ich die letzte Etappe Richtung Lit-et-Mixe an, wo ich um 1630h bei Hardeggers eintraf. Hans hat heute seinen 72. Geburtstag, sodass wir sogleich mit etwas feiern beginnen konnten. Tageskilometer: 227 km - Total 4062 km

Mittwoch, 04. Juni 2014

Aufgrund der Wetterprognose und der Einladung von Rita und Hans habe ich einen Ruhetag in Lit-et-Mixe genossen. Der Tag begann mit einem Kaffee um 0715h und einem ca. 3/4 Spaziergang mit Balu dem Hund von Hardeggers. Wir wanderten zügig durch die Pinienwälder unweit des Meeres. Anschliessend war Sortieren und Neuverpacken der Kleider auf dem Programm gefolgt von der Planung der weiteren Rückreise. Das meiste der Pilgerausrüstung bleibt bei Hardeggers, welche es dann mit dem Auto in die Schweiz nehmen werden. Nach dem Aufenthalt in der Nähe von Bordeaux werde ich innert ca. 8 Tagen wieder zu Hause sein. Tageskilometer: 0 km - Total 4062 km