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Informationen zu meiner Motorradreise und vom Pilgern nach Santiago de Compostela

Freitag, 16. Mai 2014

Auch heute konnte ich um 0930h bei blauem Himmel starten. Es war weniger warm wie gestern, aber ideales Wetter für eine Motorradreise. Mein Ziel war Santander. Aber wie immer in den letzten Tagen gab es spontane Stopps. Wenn ich meine Sozia nicht als Fotograf bei mir habe, dann muss ich halt immer wieder anhalten, um die wunderschöne Gegend festzuhalten. Eine Kaffeepause mit gleichzeitigem Karten schreiben gab es in Noja. Ein sehr gepflegter Ort mit einer netten Touristoffice-Angestellten. Gegen Mittag erreichte ich die Vororte von Santander. Im mittäglichen Verkehr gelang ich ins Zentrum. Nun begann die Parkplatzsuche, ein total neues Erlebnis. Es gibt so viele Scooters, dass es spezielle Plätze für die Motos gibt. Nicht 2 oder 3, sondern gleich für ca. 30-40 Motorräder, beidseitig der Strasse. Nach ca. 100 m wiederholte sich dieses Bild. Aber es waren alle besetzt. So versuchte ich es in den Seitengassen und nach einer Viertelstunde hatte ich Glück und konnte meine Harley parkieren. Sofort waren wieder einige Männer um mein Motorrad und ich musste mit meinem wenigen Spanisch, mit Händen und Füssen die Fragen beantworten. Dann schlenderte ich durch die Avenidas und Corso und genoss das südländische Flair. Zum Mittagessen gab es Gambas Ajillo. Gut war ich alleine unterwegs. Nach ungefähr 2 Stunden machte ich noch eine Fahrt zur östlichen Halbinsel und zum Badestrand. Über das Fussballstadion machte ich mich westwärts und entfloh dem Häusermeer. Ohne Halt fuhr ich nach Sevillana del Mar. Ich hatte schon seit gestern SMS-Kontakt mit Franz Strebel. Wir trafen uns bei der Touristinformation und er zeige mir das Städtchen. Er zeigte mir auch seine Pilgerunterkunft und mit seinen gegenwärtigen Pilgerfreunden zusammen gingen wir zum Nachtessen. Es gab viel zu erzählen. Jeder von uns gab seine Erlebnisse preis. Der Abend endete gegen 2200h, weil die Pilgerherberge schliesst. Ich lief in meine Unterkunft, die etwa 800 m vom Zentrum weg ist. Auch Heute zeigte es sich, dass ich kein fanatischer Stadtmensch bin. Ich fahre lieber der Küste entlang oder durch die schönen Wälder. Das fahren in der Stadt ist auch sehr mühsam. Obwohl die Spanier sonst eigentlich rassig unterwegs sind zeigen sie sich im Stadtverkehr sehr vorsichtig, wenn nicht sogar ängstlich. Die vielen Mopedfahrer in der Stadt machen es nicht einfacher. Sie fahren wie die Velofahrer bei uns, Regeln kennen sie nicht, da wird schon mal bei Rot über die Kreuzung gefahren, links und rechts überholt und Tempolimiten gibt es für sie auch nicht. Ich habe für die nächsten Tage keine Grossstädte mehr vor mir, was ich sicher geniessen werde. Tageskilometer: 144 km - Total 1965 km

Samstag, 17. Mai 2014

Heute gab es wieder erst ab 0900h Frühstück. Neuheit: Das Frühstück wurde ins Zimmer serviert. So oder so war dieses Bed&Breakfast schon etwas speziell: Auf dem Bett lag eine Nelke. Im Aufenthaltsraum hatte es verschiedene Glasschalen mit Süssigkeiten à discrétion. Dazu hunderte von DVD für den Player im Zimmer. Dazu gab es Kaffee, div Spirituosen, Mineral- und Süssgetränke zur Selbstbedienung. Die Preise waren angeschlagen und dazu gab es eine Kasse. Gegen 0930h verliess ich das Hotel, fuhr schnell im Touristenbüro vorbei und dann wiederum entlang dem Pilgerweg bis nach Comillas. Danach gings ab in die Berge. Vorerst noch schöne Ausblicke aufs Meer, dann prächtige Wälder und zuletzt die Kalksteinmassive des Pico de Europa. Wenn nicht die vielen Velofahrer auch die Pässe erklimmen wollten, wäre ich fast immer alleine unterwegs gewesen. Die Strasse war gut, aber wie im Appenzell lauter Kuhscheisse auf der Strasse. Des Rätsels Lösung später. Die Kühe und Kälber wurden auf die Alp getrieben. Die Sennen liefen zuhinterst und die Kühe alleine voraus, manchmal tranken diese an einem Brunnen oder assen vom frischen Gras. Einzelne Kühe waren sicher 300 m voraus und trotteten alleine den Berg hoch. Vor der Passhöhe gab es auf offenen Weiden auch viele Pferde. Schon bald war der erste Pass überwunden und irgendwie stimmten meine Karten nicht so recht. Als ich in einer grösseren Stadt ankam und nicht mehr wusste in welche Richtung ich fahren muss, kaufte ich mir eine Strassenkarte. Das Navi neu programmiert und weiter gings. Heute war nicht mein Glückstag. Ich endete in Sackgassen, weil die Strasse gemäss Navi durch eine neue Eisenbahnlinie unterbrochen war. Die Umwege (für Insider Epizykel) kosteten Zeit und Nerven, denn manchmal führten diese über Naturstrassen. Nicht nur heute, sondern schon in den vergangenen Tagen wurde ich oft in Engpässe manövriert. Mit der Elektra Glide wäre ich wohl kaum mehr alleine rausgekommen. Die Road King kann ich besser manövrieren, wenn auch immer grösste Vorsicht angebracht ist. Ich möchte nicht “in den Légumes” mit umgekippter Maschine stehen. Am Abend habe ich Franz und seine Pilgerfreunde getroffen. Franz geht Morgen alleine weiter. Dies war ein erlebnisreicher Tag. Viele schöne Kurven, fantastische Landschaft, gerade Strecken wo ich mit 110-125 km/h dahinbrettern kann und immer noch von anderen Motorradfahrern oder auch von Personenwagen überholt werde. Der heutige Ausflug, welcher im Buch “In 8 Tagen bis ans Ende der Welt - der Jakobsweg für Motorradfahrer” empfohlen wurde, hat sich wirklich gelohnt. Tageskilometer: 295 km - Total 2260 km

Sonntag, 18. Mai 2014

Ruhetag - Ich habe ausgeschlafen. Im Garten gefrühstückt, Kleider geordnet und an der Homepage ge- arbeitet. Die Bilder sind nun mit Kommentar versehen, sonst weiss ich trotz Tagebuch nach meiner Rückkehr nicht mehr, was ich eigentlich aufgenommen habe. Den Abend verbrachte ich im Dorf, wo ein Folkloreabend angesagt war. Es handelte sich aber nur um eine Tanzgruppe, wahrscheinlich aus Sevilla, welche ihre Musik und Tänze vorführte.

Montag, 19. Mai 2014

Heute fuhr ich um 0815h ohne gefrühstückt zu haben fort. Ich holte dies in LLanes nach. Wiederum kurvte ich auf schmaleren Strassen umher, um ab und zu wieder auf die Hauptstrasse zurück zu kehren. Aber lang weilte ich nicht auf der Hauptstrasse. Bald ging mein Weg an einen schönen Strand oder bei Bauerngehöften vorbei. Auch die Pilger waren auf den kleineren Strassen, sodass ich heute viele Peregrinos gesehen habe. Franz, der heute in LLanes gestartet ist, traf ich nicht an. Dafür einen Arzt aus Deutschland, den ich in Sevillana del Mar und in San Vicente getroffen habe. Unterwegs habe ich einen spanischen Bikerino getroffen. Er ist seit Irùn mit dem Fahrrad unterwegs. Er ist ganz begeistert von der schönen Landschaft und den kleineren Strassen am Meer entlang. Manchmal durchfährt man auch  Wälder. Wir verglichen unsere Strassenkarten und sein Weg ist praktisch identisch mit meinem. Leider ist das Wetter heute bedeckt, aber mit ca. 18° nicht extrem kalt. Jetzt wo ich diesen Bericht schreibe klopfen Regentropen an mein Fenster. Ein gewaltiges Gewitter zieht über Oviedo, Wiederum Glück gehabt und immer noch kein Regen erwischt. Harley und ich sind im Trockenen. Heute habe ich das erste Mal Polizisten in Aktion gesehen. Sie haben einem spanischen Autofahrer, der laut tobte, einen Strafzettel verpasst, weil er bei einer Einmündung mitten auf dem Fussgängerstreifen parkiert hat. Neben dem Pilgerweg fuhr ich heute noch den Dinosauerierweg und war im Jurassic Park von Asturien. Ich habe also Kantabrien verlassen und befinden mich nun in der Provinz Asturien (, genau gesagt in der Hauptstadt des Fürstentums Asturien, in Oviedo. Nach einzelnen Gewittern machte ich mich auf den Weg in die Stadt. Zuerst Besuch der gotischen Kathedrale mit Museum und Kloster. Danach Bummel durch die Fusssgängerzone der Stadt mit vielen Geschäften und einer spezieller Atmosphäre, schönen Plätzen und engen Gassen. Rückblickend auf den heutigen Tag stelle ich fest, dass ich nach dem Ruhetag irgendwie den “Flow” verloren habe. Trotz den schönen Nebenstrassen bin ich froh, wenn ich Vilalba erreiche, zu Pilgern beginnen kann und nachher auf den “normalen” Strassen meine Reise fortsetzen kann. Tageskilometer: 184 km - Total 2444 km

Dienstag, 20. Mai 2014

Als ich heute um 0800h aus dem Fenster schaute war es wie bei uns im Herbst. Nebel lag über Oviedo. Aber es gab schon blaue Löcher und gegen 1000h, als ich nach einem Besuch im Touristenoffice, abfuhr, war es sonnig. Noch nicht so warm, aber um 1100h waren es schon 20°. Der Weg führte vorerst durch die Strassen von Oviedo um dann plötzlich auf kleine Wege zu verzweigen und schnell in die Höhe zu steigen. Manchmal glaube ich schon, dass ich für diese Routenwahl das falsche Motorrad habe. Ein Enduro hätte wahrscheinlich weniger Mühe. Der Krampf wurde mit einer schönen Aussicht über Oviedo belohnt. Bald danach war die N-632 meine Strasse weiter Richtung Westen. Was ich in den folgenden Stunden erlebte, war ein absoluter Höhepunkt. Schöne Küstenabschnitte mit Sicht aufs Meer und die wunderbaren Strände. Dann wieder mäanderte die Strasse um die Autobahn herum. Es folgten kleine Fischerdörfer. Es erinnerte mich stark an die Ferien in Cornwall. Kaum 100m geradeaus, folgte die nächste Kurve. Es ging runter ins Tal, dann wieder auf das Plateau. Ein Paradies für Motorradfahrer. Dies bestätigte mir auch ein Zürcher Ehepaar ( Band Gotthard-Fan), die mit dem Campingbus Richtung Portugal unterwegs sind. Beides Motorradfahrer, die gerne jetzt diese auch bei sich hätten. Das Wetter wurde etwas gewittrig. Die Wolken aus den Bergen kämpften mit dem sonnigen Wetter vom Meer her. Nachdem ich bei einer Tankstelle das Ende des Gewitters abwartete und ein Kaffee trank, hellte es wieder auf. Da mir das eigentliche Etappenziel Navia nicht besonders zusagte und das Wetter sich eher beruhigte, entschied ich mich bis Ribadeo weiterzufahren. Jetzt hat es mich erwischt. Der Regen prasselte auf mich nieder. Ich erhöhte das Tempo auf 120 km/h. So war ich in weniger als einer halben Minute wieder im Sonnenschein. Im Hotel in Ribadeo angekommen motivierte mich die Réceptionistin, doch noch zu dem Praia As Catedrale zu fahren. Jetzt sei gerade Ebbe und dies sei die besten Zeit für einen Besuch. Schnell das Gepäck abgeladen und schon wieder fort. Es hat sich gelohnt. Die Bilder zeigen dies. Morgen folgt also die letzte Motogrinoetappe nach Vilalba. Was mir in den letzten Tagen bereits aufgefallen ist sind die vielen neuen Siedlungen, die gebaut wurden. Mal einzelne Häuser, mal Reihensiedlungen. Entweder sind dies “kalte Betten” oder bei der aktuellen Wirtschaftslage in Spanien kann sich die vom Staat gebauten Häuser niemand leisten. Die Wirtschaftslage in Bezug auf die Arbeitslosen fällt überhaupt nicht auf. Dagegen sind die Restaurant auch zu spanischen Essenszeiten meist leer.. Tageskilometer: 215 km - Total 2659 km

Mittwoch, 21. Mai 2014

Ohne morgentlichen Stress und einem sehr guten Frückstücksbuffet machte ich mich kurz vor 1000h auf die letzte Etappe Richtung Vilalba, meinem Startort für die Fusspilgerei. Zuerst gings auf einer Nebenstrasse LU-133 über einen Hügel. Danach mit kurzen Unterbrechungen war wieder die N-634 (Galizische Nachfolge von N-632) mein Begleiter. An zwei Kathedralen vorbei führte mich der Weg, die ich verbunden mit einem Kaffeehalt besuchte, sowie einen Abstecher auf den Hügel mit den Windanlagen brauchten soviel Zeit, dass ich nicht vor 1200h in Vilalba im Hotel eintraf. Ich hatte in der Vorbereitung mit dem “Bonzenhotel” Paradores Vilalba” bereits Kontakt und kann hier mein Motorrad die ganze nächste Woche während der Pilgerei in der Garage lassen. Aber 70 Euro für solchen Luxus ist verglichen mit der Schweiz oder den geplanten Ferien im August in Schottland wirklich ja nicht besonders viel. Doch eben im Gegensatz zur Albergue der Pilger, wo man 5 - 8 Euro bezahlt, ist es eben halt schon etwas bonzig. Der Rucksack ist fertig gepackt, die letzten Vorbereitungen abgeschlossen, sodass ich Morgen um 0700h abmarschieren kann. Sorge macht mir nur etwas die momentane Kälte. Auf dem Motorrad hatte ich so skifahrerähnliche Gefühle, wenn einem fast das Gesicht einfriert. Aber die Wetteraussichten sind besser, sodass ich mich guten Mutes auf den Weg mache. Damit ist die Berichterstattung der Phase Motorgrino abgeschlossen. Auf der Seite “Pilgerreise” wird in ca. 8 Tagen eine Zusammenfassung meiner Erlebnisse und einzelne Fotos zu “bewundern” sein. ULTREIA - BON CAMINO Tageskilometer: 93 km - Total 2752 km